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Maria Pawlowna & Friedrich Schiller

Pleinairmalerei entlang der Ilm von Belvedere bis Kromsdorf

Fünf bildende Künstler, vier aus der ehemaligen Sowjetunion, Lena Jurikowa, Michail Berman, Sergej Uchatsch, Bekir Smolski, und Wolf-Bertram Becker aus Weimar haben sich mit Maria Pawlowna und Friedrich Schiller auseinandergesetzt. Dabei lag es nahe, sich entlang der geschichtsträchtigen Ilm vom Schlosspark Belvedere durch die Weimarer Parklandschaft bis zum Schloß Kromsdorf diesen beiden herausragenden Persönlichkeiten anzunähern.
Das Verhältnis zwischen der Erbherzogin und späteren Großherzogin und dem Dichter begann schon in der Kindheit der russischen Zarentochter.
Die Schiller´ schen Dramen gehörten zu ihrer Lieblingslektüre. Ganz oben rangierte „Don Carlos“. Das war am Weimarer Hof bekannt und so entsandte man den Schwager Schillers, Wilhelm Wohlzogen, nach St. Petersburg, um dort die Heiratsverhandlungen zu führen. Nach drei Jahren zähem Ringen, es ging auch um viel Geld, war der Kontrakt unter Dach und Fach. Man munkelte, dass Wohlzogen u. a. dafür in den Adelsstand erhoben wurde.
Am 9. November 1804 traf die Kutsche mit dem Paar in Weimar ein, von den Bürgern feierlich empfangen.
Maria Pawlowna brachte ihre hohe Anerkennung gegenüber dem Dichter durch das Geschenk eines diamantenen Ringes zum Ausdruck.
Goethe war an den Freund Schiller wenige Tage vor der Ankunft Maria Pawlownas mit der Bitte herangetreten, die Begrüßung zu formulieren. „Die Huldigung der Künste“ wurde am 12. November 1804 als Vorspiel des Theaterabends am Weimarer Hoftheater uraufgeführt. Darin treten sieben Künste hervor, die der Person von hohem Einfluss nahe legen sollten, die Künste nicht darben zu lassen, sondern zu hoher Blüte zu führen. Sprich, Geld zu investieren.
Die Erbherzogin war begeistert. Sie spielte selber Klavier und Harfe und komponierte leidlich.
Ihrer Zuwendung verdankt die Musik in Weimar die „Goldene Epoche“.
Aber zunächst sicherte sie der Familie Schiller die Finanzierung der Erziehung der Kinder. Schiller erkrankte im Januar schwer und verstarb am 9. Mai 1805.
Die direkte Bekanntschaft dauerte also nur ein halbes Jahr. Dennoch blieben der Einfluss des Dichters und sein letztes vollendetes Werk „Die Huldigung der Künste“ von großer Nachhaltigkeit auf das 55 Jahre währende segensreiche Wirken Maria Pawlownas im Herzogtum, bzw. Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach.
Die von ihr 1821 gegründete Sparkasse, die sie um die „Sparkassenkulturstiftung“ vier Jahre später erweiterte, griff vielen Initiativen, darunter solchen der Kultur, unter die Arme. Die Sparkasse Weimar, die später zur Sparkasse Mittelthüringen fusionierte, griff diese Tradition 1995 wieder auf. Ohne diese Unterstützung wären viele Projekte nicht zu denken. 1824 wurde die Sparkasse in Eisenach, 1833 weitere in Jena, Ilmenau und Allstedt etc. gegründet.

1922 wandte sie sich der Restaurierung des Schlosses Kromsdorf zu, das durch die napoleonischen Kriege in den Jahren 1806 und 1813 in arge Mitleidenschaft gezogen worden war, und äußerte den Wunsch, einen Weg von Tiefurt entlang der Ilm anlegen zu lassen, „...um trockenen Fußes von einem Schloß zum anderen zu gelangen.“ Die Bauern sperrten sich, sie wollten nicht, dass ein „Herrenweg“ durch ihre Fluren führen sollte. Erst ihr Sohn Carl Alexander, dem die Regentin 1838 die Restaurierung der Wartburg ans Herz gelegt hatte, konnte den Wunsch der Mutter zwanzig Jahre nach ihrem Tod 1879 verwirklichen.

1848 plädierte die Großherzogin dafür, die Weimarer Parke, Belvedere, den Park an der Ilm und den Park in Tiefurt zusammenzulegen. Der Dichter Adolf Stahr fasste den Charakter Weimars in poetische und sehr zutreffende Worte: „Weimar ist eigentlich ein Park, in dem eine Stadt steht.“
Diese Überlegungen griff Wolfgang Knappe 1998 auf und begeisterte die Gemeinde Kromsdorf den durch die Geschichtsläufte des 20. Jahrhunderts in Vergessenheit geratenen „Herrenweg“ zwischen Schloß Tiefurt und Schloß Kromsdorf neu ins öffentliche Bewusstsein zu heben. Zu Pfingsten im Europäischen Kulturstadtjahr Weimar 1999 war es so weit. Am 22. Mai wurde unter reger Anteilnahme der Menschen aus nah und fern der „Maria Pawlowna Promenadenweg“ mit der Enthüllung von 10 Wegweisungen Goethes, Zitaten aus „Maximen und Reflexionen“, aus der Taufe gehoben.

Wolfgang Knappe verfasste daraufhin das Konzept WEIMAR KULTUR WEGE. Sie führen aus dem Zentrum Weimars heraus in alle Welt. Systematisch werden Teilstücke neu benannt und Wegweisungen aufgestellt. So treffen im Wegekreuz Schloß Kromsdorf inzwischen der Maria Pawlowna Promenadenweg mit den Goethe-Wegweisungen auf den Liszt-Weg mit Zitaten des Komponisten und Klaviervirtuosen und den Wilhelm-Ernst-Weg mit den Wegweisungen zu Ehren Friedrich Schillers zusammen.

Die Künstler wollten nun mit ihren Beobachtungen, Skizzen und Werken diesen geschichtsträchtigen kulturellen Spuren nachgehen und diese in einer Wanderausstellung zusammenfassen. Der Reiz lag im Entdecken. Im Entdecken der Künstler selbst, die aus der ehemaligen Sowjetunion kommend, nicht viel über das russische Zarenhaus und seine Töchter zu erfahren bekamen. Aber auch auf dem Gebiet der ehemaligen DDR war von Maria Pawlowna und ihrem segensreichen Wirken auf allen Gebieten des Lebens nichts zu hören. Auch nach dem Mauerfall am 9. November 1989 blieb es still um diese Zusammenhänge.

Erst mit der Einweihung des Maria Pawlowna Promenadenweges wurde der Focus auf diese lange im Vergessen ruhenden Seiten Weimars und seines Umlandes gerichtet. 2009 mehrten sich verschiedene Anlässe, die es geboten erschienen ließen, das Projekt in Angriff zu nehmen:

  • 250. Geburtstag Friedrich Schillers
  • 150. Todestag Maria Pawlownas
  • 10 Jahre Maria Pawlowna Promenadenweg

Das Projekt startete im Juli 2009.
Der Start der Wanderausstellung erfolgte am 7. November im Schloß Kromsdorf.
Im Dezember ging die Ausstellung nach Jena, ins Rathaus und in die Sparkasse.
Die Arbeiten fanden bereits in einem Katalog ihren Niederschlag.
Die Ausstellung wandert nach dem Prinzip KUNST als BRÜCKE (Autor Wolfgang Knappe).
KUNST als BRÜCKE ist unbegrenzt in Zeit und Raum.
Morgen, am 13. März, wird die Ausstellung im Deutschen Bienenmuseum eröffnet.
Die nächste Station im Herbst (Termin steht noch nicht genau fest) ist die Sparkasse Mittelthüringen am Anger 25 in Erfurt.

Die Künstler:

Lena Jurikova, Marne an der Nordsee, Skulptur, Malerei
Bekir Smolski, Wien, Malerei
Sergej Uchatsch, Jena, Monotypie
Michail Berman, Jena, Malerei
Wolf-Bertram Becker, Weimar, Malerei

Projektträger:

Multikulturelle Integrationsgruppe Jena e.V.
Kontakt: Michail Berman, T. 03641/ 607551, 0179/ 5262247, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Kooperation:

Maria Pawlowna Gesellschaft e.V.
Kontakt: Wolfgang Knappe, T. 03643/ 906335, 0152/ 01542582, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Konzept:

Michail Berman, Wolfgang Knappe, 16. April 2009

 
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